Die Private Krankenversicherung für Studenten

Studenten haben generell mit dem Ende der Familienversicherung (vollendetes 25. Lebensjahr oder Heirat) die Möglichkeit, sich gesetzlich oder privat zu versichern. Eine private studentische Krankenversicherung ist preiswerter als die gesetzliche Versicherung, zudem ist sie individuell auf die Ansprüche von Versicherungsnehmern abgestimmt.

Vorteil von Studententarifen

Die privaten Versicherer werben sehr um die Kundschaft unter den Studenten, die später zu ihren besten Beitragszahlern werden. Der Hintergrund ist auch durch die Gesetzeslage begründet: Wer als Student eine private Krankenversicherung abschließt, kann in die GKV nur beim Unterschreiten der Versicherungspflichtgrenze (2012: 50.850 Euro) zurückkehren. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass Studenten von günstigen Privattarifen, später aber von der gesetzlichen Versicherung profitieren, obgleich diese Intention selten anzutreffen ist. Wer als Student jeden Euro zweimal umdreht, wird sich von der privaten Krankenversicherung schnell überzeugen lassen. Um diese Vorteile wahrzunehmen, können sich Studenten schon vor Antritt ihres Studiums und bis zum dritten Monat nach Ablauf der Familienversicherung von ihrer gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen. Vorteilhaft ist die private Krankenversicherung allein durch die günstigere Tarifierung, wenn:

  • die Familienversicherung endet
  • das 30. Lebensjahr und/oder das 14. Fachsemester vollendet wurden
  • das monatliche Zusatzeinkommen mehr als 400 Euro beträgt
Eine private studentische Krankenversicherung kann bis zum 35. Lebensjahr abgeschlossen werden, auch die Zahl der Fachsemester beeinflusst diese Möglichkeit nicht.

Regelung für Beihilfeversicherte

Studenten, deren Eltern als Beamte eine staatliche Beihilfe zum Gesundheitsschutz erhalten, sind dort ebenfalls mitversichert, allerdings nur so lange, wie das Kindergeld gezahlt wird. Seit dem Jahr 2008 wurde die Regelung eingeführt, dass die Familienversicherung für studierende Kinder von Beihilfeberechtigten für die Jahrgänge ab 1982 mit dem 25. Geburtstag wegfällt, womit eine Angleichung an gesetzlich Versicherte vorgenommen wurde. Zuvor galt die Familienversicherung für Beihilfeberechtigte bis zum 27. Lebensjahr (Jahrgänge bis 1981) beziehungsweise 26. Lebensjahr (Jahrgänge bis 1982). Wehr- und Ersatzdienst verschob stets die Altersgrenze nach hinten, mit dem Wegfall der Wehrpflicht wurde dieser Passus obsolet. Auch für Studenten, die über einen Zuverdienst von mehr als 640 Euro monatlich verfügen, entfällt die Familienversicherung über die Beihilfe. Damit sind sie immer noch besser gestellt als die Kinder von gesetzlich Versicherten, für die die Grenze bei 400 Euro liegt. Ab diesem Punkt ist jedoch über eine private studentische Krankenversicherung nachzudenken.